Der Kaffee und seine Geschichte

Urpsrung des Kaffee

Der Morgenkaffee. Relaxen im Straßenkaffee. Der Kaffeebecher neben dem Laptop. Der “aromatische Schwarze” ist auch hierzulande nicht aus dem täglichen Ablauf wegzudenken. Jeder deutsche Bürger konsumiert durchschnittlich etwa 165 Liter Kaffee im Jahr.

Die Kaffeepflanze ist ein immergrüner Strauch mit dunkelgrünem Blattwerk. Zum Gedeihen braucht sie eine hohe Luftfeuchtigkeit und durchschnittliche Temperaturen von etwa 18° – 25 °C – ohne extreme Temperaturschwankungen. Das aromatische Gebräu ist ein Aufguss aus Kaffeebohnen – den gerösteten und gemahlenen Kaffeesamen. Etwa 40 flüchtige Substanzen enthält das bei der Röstung entstehende köstliche Aroma der Kaffeebohnen. Für die belebende Wirkung des Getränks sorgt das Koffein. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, wirkt sich ein mäßiger, aber regelmäßiger Kaffeegenuss durchaus förderlich auf die menschliche Gesundheit aus.

Der Kaffee hält Einzug in die Welt

Eindeutig geklärt ist die Herkunft der Kaffeepflanze nicht. Dem Vernehmen nach soll die Wiege des Kaffees in Äthiopien liegen, im Südwesten des Hochlandes von Abessinien. Der Legende nach bemerkten äthiopische Hirten, dass ihre Tiere nach dem Genuss der roten Früchte des Kaffeestrauches ein geringeres Ruhebedürfnis zeigten und erkannten im Selbstversuch (Aufguss von den Samen) die anregende Wirkung des Kaffees. Die Legende berichtet auch, dass ein Kaffeezweig mit Früchten ins Feuer fiel und einen herrlichen Duft verbreitete: Dies war die Geburtsstunde der Kaffeeröstung. Das äthiopische Königreich “Kaffa” soll als Namensgeber für den Kaffee fungiert haben. Eine andere Herkunftsvariante führt die Bezeichnung Kaffee jedoch auf das altarabische Wort “qahwah” zurück. Ursprünglich war das die arabische Bezeichnung für Wein.

Im 14. Jahrhundert brachten die Sklavenhändler den Kaffee nach Arabien. Zunächst wurde er nur wegen seiner anregenden medizinischen Wirkung geschätzt. Erst im 15. Jahrhundert entdeckten die Araber den Kaffee als Genussmittel. Scheich Gemaleddin legte im Jahr 1454 im Jemen mit Kaffeesamen aus Abessinien die erste Kaffeepflanzung an.

Der muslimische Glaube verbietet den Genuss von Alkohol, stattdessen genossen viele Araber nun die starke Wirkung des Kaffees. Auch in Mekka und Medina wurde Kaffee getrunken – von dort verbreitete sich das aromatische Getränk im gesamten arabischen Raum. Die Araber achteten peinlich auf die Einhaltung ihres Kaffeemonopols. Verkaufte Bohnen wurden mit heißem Wasser überbrüht, damit sie nicht als Saatgut verwendet werden konnten.

Als die Türken jedoch im 16. Jahrhundert den Jemen, Syrien und Ägypten eroberten, gelangten auch die arabischen Kaffeeplantagen in ihren Besitz und der Kaffee avancierte bald zu einem hoch geschätzten Getränk im türkischen Hoheitsbereich – bis ins südöstliche Europa. Das erste Kaffeehaus in Konstantinopel wurde im Jahr 1554 eröffnet.

Gegen Ende des Jahrhunderts setzten sich die Niederländer und Spanier auf Umwegen in den Besitz von Kaffeepflanzen und umgingen das Monopol des arabischen Kaffees. Die klimatischen Bedingungen der spanischen und niederländischen Kolonien erwiesen sich als sehr geeignet für den Kaffeeanbau. Verschleppte afrikanische Sklaven wurden gezwungen, die Kaffeeplantagen in den Kolonien unter extrem schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen zu bewirtschaften. Kaffeeplantagen ohne Sklaven schienen zur damaligen Zeit nicht vorstellbar.

Aufgrund der steigenden Absatzzahlen wurde der Kaffee für die Europäer zu einem höchst gewinnträchtigen Geschäft. Spanier, Holländer, Portugiesen und Franzosen nutzten ihre Kolonien: Auf der Insel Kuba, auf Ceylon, Java und Bali, in Guatemala, Puerto Rico und ab 1726 auch in Brasilien, aber auch auf den Philippinen, Jamaica und später in Mexiko wurden Kaffeepflanzen angebaut. Auch die Großmacht England hatte inzwischen ihre Liebe zum Kaffee entdeckt und ließ sich die finanziellen Gewinne aus dem Kaffeegeschäft nicht entgehen.

Europa entdeckt den Kaffee

Natürlich blieb das köstliche schwarze Gebräu nicht auf das Osmanische Reich beschränkt. Reisende berichteten von dem neuen Getränk und brachten kleine Mengen Kaffeebohnen als Souvenir mit. Auch der Mediziner Leonhart Rauwolf aus Augsburg genoss in Aleppo das anregende Getränk und beschrieb es 1582 in seinem Reisebericht. Der Durchbruch für den Kaffee kam zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die reiche Elite Europas hatte Geschmack am Kaffee gefunden und nun wurden Kaffeebohnen säckeweise über die großen Häfen Amsterdam, Venedig, Hamburg und London importiert.

In den Jahren 1645 bis 1672 etablierten sich Kaffeehäuser in mehreren großen Städten Europas: in Venedig, Paris, Amsterdam, Den Haag – in London, Oxford und Marseille. Der Siegeszug des Kaffees setzte sich unaufhaltsam fort. Die Kaffeehäuser avancierten zu Orten, in denen sich Künstler und Literaten trafen und diskutierten. Wien bereicherte die Kaffeekultur um den Zusatz von Milch und Zucker – ein Glas Wasser zum Kaffee komplettierte den Genuss. Für die ärmeren Bevölkerungsschichten war Kaffee noch immer unerschwinglich. Er blieb zunächst ein Genuss, der einer kleinen begüterten Bevölkerungsgruppe vorbehalten blieb.

Der Kaffee kommt nach Deutschland

Das erste Kaffeehaus in Deutschland eröffnete 1673 in Bremen – nur vier Jahre später zog die Hansestadt Hamburg nach: Deutschland machte sich auf, den Kaffeegenuss zu entdecken. Auch in Deutschland war der Kaffeekonsum aus preislichen Gründen noch auf wohlhabende Bevölkerungsteile beschränkt. Das einfache Volk musste sich mit preisgünstigen Ersatzprodukten aus Zichorie oder Malz begnügen.

Die steigende Nachfrage machte den Kaffeehandel zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Das Ausmaß privater Kaffeeimporte missfiel Friedrich dem Großen. Er befürchtete einen erheblichen Abfluss finanzieller Ressourcen aus dem deutschen Finanzkreislauf und sprach deshalb im Jahr 1766 ein Verbot für die private Einfuhr, den Handel – später auch für das Rösten von Kaffee aus. Friedrich der Große wollte das Kaffeemonopol für den preußischen Staat. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Ein reger Kaffeeschmuggel setzte ein und die daraus resultierenden Probleme veranlassten Friedrich den Großen, das Verbot aufzuheben und stattdessen die Einfuhr und den Handel mit Kaffee mit Zöllen und Steuern zu belegen.

Im Jahre 1901 erfand der Japaner Dr. Sartori Kato eine industrialisierte Variante des Kaffees. Der lösliche Kaffee fand im Jahr 1938 als Instantkaffee seinen Weg in die Haushalte. Der Koffeinanteil des Kaffees kann bei Kreislauferkrankungen zu unerwünschten Nebenwirkungen und, am Abend genossen, bei manchen Menschen zu Einschlafproblemen führen. Dieses Problem wurde bereits 1905 durch eine entkoffeinierte Kaffeevariante gelöst, die auch für diesen Personenkreis gut verträglich ist.

Durch die weltweite Verbreitung und die zunehmend technisierte Verarbeitung des Kaffees sank der Preis und Kaffee wurde ein für jedermann erschwinglicher Genuss. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts avancierte der Kaffee zunehmend zum Volksgetränk. Heutzutage ist der Kaffee ein Genussmittel, das in vielen verschiedenen Varianten zubereitet wird. Täglich werden weltweit etwa eine Milliarde Tassen Kaffee konsumiert.