Guten Morgen, liebe Sorgen! Was macht fitter, Kaffee oder Tee?

Was macht fitter, Kaffee oder Tee?Es gibt einige Themen, an denen sich die Menschheit wahrscheinlich immer scheiden wird. Bayern oder Dortmund? Hund oder Katze? Und das wohl wichtigste Thema: Kaffee oder Tee am Morgen?

Der Eine schwört auf sein Tässchen starken, schwarzen Kaffee, um morgens in Schwung zu kommen, während der Andere lieber auf den vermeintlich bekömmlicheren Tee setzt. Doch wer hat Recht und wer liegt mit seiner Affinität gesünder? Welches Getränk macht wacher, aufnahmebereiter und fitter? Wir haben uns für Euch einmal angesehen, was sich hinter den beiden Muntermachern wirklich verbirgt!

Für den Kickstart am Morgen: der Kaffee

Kaffee enthält – je nach Variante, Sorte und Zubereitungsart natürlich – hohe Mengen an Koffein. Sofern man nicht entkoffeinierten Kaffee zu sich nimmt. Und auch, wenn immer wieder propagiert wird, dass Espresso die Kaffeespezialität mit dem meisten Koffein sein, stimmt das gar nicht! Nein, es ist der „normale“ Filterkaffee, der den höchsten Koffeingehalt aufweist und das liegt an der Zubereitungsweise. Der Espresso wird blitzschnell durchgepresst, hat also gar nicht die Zeit, das Koffein vollständig aus dem Kaffee zu lösen. Beim Filterkaffee sucht sich das heiße Wasser seinen Weg durch den Filter relativ gemächlich und hat somit genug Zeit, die Wirkstoffe zu lösen und in die Tasse zu transportieren. Frei nach der Devise: Wasser sucht sich seinen Weg und nimmt auf dem Weg das mit, was es findet und transportieren kann.

Während ein Filterkaffee auf 100 Milliliter knapp 60 – 90 Milligramm enthält, sind es bei der gleichen Menge Espresso nur 25 – 30 Milligramm Koffein. Überraschend, nicht wahr? Aber die Physik erklärt es ja recht anschaulich. Das schnelle Durchpressen mit hohem Druck in kurzer Zeit nimmt das mit, was “auf dem Weg” liegt und das gemächliche Durchlaufen hat ausreichend Zeit, alles mitzunehmen, was möglich ist. Logisch.

Das Koffein im Kaffee wird vom Menschen schneller aufgenommen und ins Blut abgegeben als bei Tee. Es dauert nur 15 – 25 Minuten, bis die Wirkung des Kaffees einsetzt und der Konsument einen kleinen Energiekick spürt. Wer also einen schnellen Start in den Tag braucht, für den ist der gute, alte Filterkaffee wahrscheinlich optimal!

Tee: In der Ruhe liegt die Kraft

Der Kaffee wirkt also schnell, aber genauso zügig ist die Wirkung auch schon wieder vorbei – man muss entsprechend die Reserven nachfüllen. Beim Tee ist es etwas anders, denn der braucht seine Zeit, bis sich die Wirkung voll entfalten kann.

Normalerweise dauert es bis zu 3 Stunden, bis das Koffein im Tee (auch Tein genannt) „loslegt“. Das liegt an den Gerbstoffen, die im Tee enthalten sind, denn diese binden das Koffein und sorgen für eine langsame, aber beständige Abgabe an den Körper.

Und auch hier wartet wieder eine kleine Überraschung: Der als wesentlich bekömmlicher geltende Grüne Tee enthält mehr Koffein als Schwarzer Tee!

200 Milliliter Grüner Tee enthalten 48 – 80 Milligramm Koffein und damit fast genauso viel wie eine Tasse Filterkaffee, während Schwarzer Tee auf 48 – 55 Milligramm Koffein kommt. Der untere Wert ist identisch gehalten, aber nach oben tun sich Welten auf!

Der Grüne Tee regt sanft den Kreislauf und den Stoffwechsel an, während die Hirn- und Herztätigkeit ebenfalls leicht stimuliert wird. Er ist also die perfekte Alternative, wenn man über einen längeren Zeitraum beschwingt und konzentriert bleiben möchte.

Der Tee mit dem höchsten Koffeingehalt ist übrigens Weißer Tee – er ist allerdings auch der teuerste und edelste Tee, der sich käuflich erwerben lässt. 200 Milliliter aufgebrühter Weißer Tee verfügen über 88 – 110 mg Koffein und enthalten zudem auch noch zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe wie Kalium, Zink, Eisen und Antioxidantien. Hier geht demnach dort los, was den unteren Wert angeht, wo beim Grünen Tee “das Ende der Koffein-Fahnenstange” erreicht ist.

Allerdings muss man bei Tees auf eine sehr genaue Zubereitung achten – vor allem die angegebenen Brühzeiten sollten penibel beachtet werden. Überschreitet man die angegebene Brühzeit, wird zwar die Wirkung stärker, allerdings das Gebräu auch um einiges bitterer. Natürlich gibt es auch Teetrinker, denen das bittere Element keinerlei Probleme bereitet. Aber der Standard-Konsument mag es eher soft und smooth beim Tee.

Gibt es wach machende Alternativen ganz ohne Koffein?

Manche Organismen vertragen Koffein nicht so gut. Da kann schon ein Tässchen Kaffee am Morgen für Schlafstörungen oder Herzrasen sorgen. Doch gibt es eine Alternative für diese Menschen? Natürlich gibt es die! Einige Kräutertees zeichnen sich durch ihre anregende Wirkung ganz ohne Koffein aus – so zum Beispiel der Pfefferminztee. Er hilft dabei sich zu konzentrieren und ist zusätzlich auch noch sehr erfrischend. Ähnlich sieht es mit Zitronengras-Tee aus, der ebenfalls belebende und anregende Wirkungen zeigt und dabei magenschonend wirkt.

Im Grunde lässt sich also festhalten, es ist nicht notwendig, eine Glaubensfrage um den Tee oder Kaffee künstlich zu erzeugen. Beide Getränke haben ihre Fanbase und das wird sich auch nicht ändern. Zumal es auch Konsumenten gibt, die beide Möglichkeiten ausschöpfen – je nach individueller Tagesform und Wachmacherbedarf.

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