Meisterschaft beim Filterkaffee

Die meisterschaft beim FilterkaffeeDraußen nur Kännchen? – Das Comeback des Filterkaffees und seine Meisterschaft!

Kaffee gehört heute zum Lifestyle mit dazu. Ob die schicken Kapseln oder superteure Kaffeevollautomaten, ob Latte Macchiato aus dem Kühlregal oder mit tausend Toppings aus dem Starbucks – Kaffee ist immer mit dabei. Der gute alte Filterkaffee gilt – im wahrsten Sinne des Wortes – als kalter Kaffee. Doch ist das wirklich so? Nein! Denn die Hipster haben das Kaffeebrühen für sich entdeckt! Und zwar mit den sogenannten AeroPress-Kaffeemaschinen. Dieser Presskolben aus Plastik mit einem Brühzylinder ist die neue Wunderwaffe und nun gibt es sogar Meisterschaften, um herauszufinden, wer den besten Kaffee zubereitet.

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Berlin das neue Kaffeemekka?

Erst kürzlich fand in Berlin die erste Runde der AeroPress-Meisterschaft in einem beliebten Café statt. 32 Kaffeejünger präsentierten hier den, wie sie glauben, ultimativen Kaffee und dazu reisten sie aus ganz Europa an. Die Jury besteht aus drei Kaffee-Expertinnen – unter anderem der Besitzerin des bekannten „Square Mile Coffee“ in London und jede Tasse wird kritisch unter die Lupe genommen.
Das bedeutet: Kaffee auf den Löffel, schlürfen, schmecken, ausspucken. Hört sich nicht wirklich appetitlich an, ist es auch nicht. Aber es hilft dabei, die Aromen des Kaffees voll und ganz aufnehmen zu können.

Kaffee kochen, das ist hier nicht nur das verschlafene Zusammenschütten von Kaffeepulver und heißem Wasser – es ist eine Kunst und Wissenschaft für sich. Die Teilnehmer der AeroPress-Meisterschaft sind Baristas, Kaffeeröster oder einfach nur begeisterte Hipster, die ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt haben.
Allerdings ist der Trend unverkennbar: Nach Pads und Kapseln, die berechtigt immer mehr in den Fokus von Umweltschützern und preisbewussten Menschen geraten, sehnen sich die Leute wieder nach einem wirklich guten, frisch aufgebrühten Kaffee. Und mit der AeroPress soll man den Geschmack besonders gut „steuern“ können, da der Kaffee hier durch einen Papierfilter in ein Gefäß läuft.

Für die Teilnehmer steht im Vordergrund zu zeigen, dass ein guter Kaffee nicht schwarz wie die Nacht und bitter sein muss, sondern rötlich-braun mit einem fast fruchtigen Geschmack. Dafür sehen ihre Utensilienkoffer allerdings auch aus wie Mini-Chemielabore: der eine Teilnehmer nutzt Natron, der andere Eiswürfel, für den anderen Mitstreiter steht der „Mahlgrad“ des Kaffees (also wie fein das Pulver ist) im Vordergrund, für wieder anderen Kaffeegenießer die Temperatur des genutzten Kaffeewassers – aber es gibt nicht das eine perfekte Rezept! Genauso wenig, wie alle Menschen den gleichen Geschmack haben.

Aber die AeroPress-Meisterschaft zeigt noch etwas anderes: die Sehnsucht nach gutem Kaffee ist groß und so sieht man auch in den Cafés Deutschlands immer häufiger speziell aufgebrühten Filterkaffee auf den Karten und das für nicht unbedingt wenig Geld. So eine Tasse kann dann auch schon mal 5,- Euro kosten – ist sie aber laut Kennern auch wirklich wert.

Kaffee der neue Wein?

Bei der Meisterschaft tummeln sich viele Kaffee-Experten und man merkt, dass der Kaffee für sie einen ganz besonderen Stellenwert hat. Der Gastronom Rüller, dem das Cafè gehört, wo die Meisterschaft stattfindet, vergleicht Kaffeefarmer mit Winzern. Das Ganze jedoch mit einem Unterschied: Beim Kaffee ist es mit der Ernte von guten Bohnen noch lange nicht getan. Auch der Kaffeeröster und derjenige, der den Kaffee zubereitet (der sogenannte Barista), tragen einen großen Teil dazu bei, wie der Kaffee am Ende in der Tasse schmeckt.

Aber profitieren auch die Kaffeebauern von dem neuen Trend? Nicht wirklich, denn nur wenige der Anbieter des besonders fein gemahlenen Kaffeepulvers verfügen über Fair-Trade-Siegel. Der Profit geht, wie meistens, in die Taschen der Kaffeeröstereien. Und das selbst bei einigen Fair Trade Anbietern!

Wie funktioniert die AeroPress?

Sie wird als günstige Kaffeemaschinen-Alternative angepriesen, die nicht nur sehr schmackhaften Kaffee produziert, sondern eigentlich überall genutzt werden kann, wo man kochendes Wasser findet.
Die AeroPress besteht aus einem Brühzylinder, einem Kaffeefilter, der per Filterhalter unten am Zylinder fixiert wird und einem Presskolben. Nun wird das Kaffeemehl mit dem Brühwasser im Brühzylinder vermischt (es sollte übrigens nicht mehr kochen!) und dann mit dem Presskolben durch den vorher montierten Papierfilter direkt in die Tasse gedrückt.

Die Vorteile des AeroPress liegen nicht nur in den günstigen Anschaffungskosten und der vielseitigen Anwendungsmöglichkeit (fast) an jedem Ort: es bleibt zudem auch kein Kaffeesatz am Boden der Tasse, da er komplett im Filter bleibt. Noch dazu kann man die Brühzeit stets selbst bestimmen – und damit gewaltigen Einfluss auf den Geschmack und die Stärke des Kaffees nehmen.

Der oder die Gewinner/in der AeroPress-Meisterschaft in Berlin kann sich freuen: Die nächste Runde des Wettbewerbs findet in Seattle statt – Kaffee auf dem Flug ganz sicher inklusive.

Kaffeezubereitung mit der Aeropress

Für die Zubereitung eines guten Aeropress Kaffees benötigt ihren zwischen 14-16 Gramm Kaffee. Der Kaffee sollte nicht zu grob gemahlen sein. Wir empfehlen dafür einen mittleren Mahlgrad.
Legt den Papierfilter ein und spült diesen mit heißem Wasser aus. Das Wasser wird nicht weiter benutzt. Nachdem das Wasser für den Kaffee kocht last ihr es gut eine halbe Minute abkühlen.

Danach gebt ihr ca. 15 Gramm ( 4-5 gehäufte Teelöffel) in die Aeropress. Wenn ihr die Aeropress bis ganz nach unten zieht sind dies ca. 0,2 Liter Wasser: Als nächstes fühlt ihr die Aeropress nur bis zur Hälfte voll, damit ihr den Kaffee in der Aeropress noch einmal umrühren könnt. Dies ist wichtig damit sich der Kaffee gleichmäßig in der Aeropress verteilt und die Aromen optimal herausgelöst werden.

Ein weiterer Vorteil bei der Methode ist, dass es im oberen Ende keinen Kaffee-Stau gibt der dazu führt das sich die Aeropress schwerer herunterdrücken lässt. Nachdem der Kaffee durch das umrühren gut gelöst ist füllt ihr die Aeropress bis zum Rand voll und setzt den Filter mit dem Papier oben drauf. Schließt die Aeropress und dreht sie mit dem Filter nach unten. Die Aeropress kann durch den entstandenen Unterdruck nicht auslaufen. Drückt den Filter langsam herunter und füllt den Kaffee in eine Tasse. Voila, ihr habt einen perfekten Aeropress Kaffee.

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